MIKROLOGISTIK & MIKROHUBS – KONZEPT

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In den letzten Jahren ist es gelungen, regionale Produkte im Einzelhandel, in Dorfläden und Verkaufsstellen zu etablieren. Darüber hinaus steigt die Anzahl der Regiomaten, die zumeist von Direktvermarktern betrieben, nicht nur die eigenen Produkte, sondern ein breites Warensortiment – unabhängig von Öffnungszeiten – dem einheimischen Verbraucher, Tagesbesucher und Gast bieten. Auch ist die Nachfrage in der Gastronomie nach regionalen Produkten ungebrochen. Mit der Initiative „Wirthaus im Spessart“ und dem strategischen Ausbau von Kooperationen zwischen Erzeugern und Gastronomien wird die Nachfrage einen weiteren Schub erfahren.

Allen Aktivitäten ist gemeinsam, dass eine Vielzahl von kleinen Warenmengen von den Erzeugern kosten- und zeitintensiv zu den Wiederverkäufern oder auch Endkunden gebracht werden. Eine Bündelung oder Übergabe von Warenmengen findet nur in Ausnahmefällen statt.

Daher wird der zügige Aufbau einer bezahlbaren „Logistik“ für die Sicherung der Vermarktungswege und weiteren Verbreitung regionaler Produkte erfolgsentscheidend sein, um kleine Sendemengen mit nicht selten geringem Warenwert transportieren zu können. Andernfalls steht zu befürchten, dass sich Erzeuger aus Lieferbeziehungen zurück ziehen müssen.

Gleichzeitig sind nicht nur die Erzeuger, sondern eine Vielzahl anderer Akteure mit oder ohne Waren und/oder Personen in der Region unterwegs, z.B. Presse-Lieferanten, Apothekendienste, Pflegedienste, Paketdienste und erzeugen „Sowieso-Fahrten“, die für eine gemeinsame Logistik erschlossen und gebündelt werden könnten. Zudem haben sich in den letzten Jahren die Systeme der Transportboxen wie auch die Möglichkeiten von Übergabepunkten in sogenannten „Mikrohubs“ als Boxen oder Zwischenlager rasant weiterentwickelt und finden Anwendung in urbanen Räumen.

Vor diesem Hintergrund soll für den Spessart ein Konzept für die Mikrologistik und Mikrohubs entwickelt werden.

„Mikrologistik“ steht für den Aufbau eines innovativen, klimaschonenden, lokalen Transportkonzeptes und seiner späteren Umsetzung, die eine digitale Lösung in Form einer APP-Anwendung für Warenversender und Ladeflächenanbieter vorsieht. Hierfür gilt es einerseits, bestehende Transportströme mit frei verfügbaren Ladeflächenkapazitäten zu erfassen, andererseits den eigentlichen Transportbedarf der regionalen Unternehmen zu ermitteln. Ziel ist es, Lösungen für „bezahlbare Transportkosten“ zu finden und aufzuzeigen, dass eine gemeinsame Logistik sich vielfach wirtschaftlich besser darstellen lässt, als die personal- und zeitintensiven Einzelfahrten. In Verbindung mit der bundesweiten AG Mikrologistik und dem Bundesverband der Regionalbewegung werden die Weichen der Grundlagenermittlung für die Transportkosten insbesondere der regionalen Produkte gestellt.

Zum Aufbau einer regionalen Mikrologistik sind für den ersten Schritt eine Potentialanalyse und ein Konzept für Mikrohubs auf der Basis bestehender Kapazitäten geplant. Aufgabe ist es, bestehende und freie Ladeflächenkapazitäten der gewerblich genutzten Fahrzeuge zu ermitteln. Diese „Sowieso-Fahrten“ sind in ein lokales Transportkonzept zu integrieren und für die Gütermitnahme lokaler Sendungen oder als Zubringerdienst für Ferntransporte zu befähigen. Ergebnis soll sein, dass sich Transportkosten durch die zusätzlichen Deckungsbeiträge bei den Anbietern dieser Ladeflächen gegenüber dem Warenversender reduzieren lassen (insbesondere nicht ausgelastete Rückfahrten). Die Nutzung der „Sowieso-Fahrten“ soll für eine bezahlbare Logistik – nicht nur für regionale Erzeuger – im ländlichen Raum sorgen und auch neue Geschäftsideen befördern.

Demzufolge sollen mit dem Konzept alle notwendigen organisatorischen, wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zur Einführung der Mikrologistik und der Mikrohubs genannt werden. Notwendige Akteure der Umsetzung sollen involviert und Förderbedarfe formuliert sein.

MEHR INFOS

Antragsteller: SPESSARTregional e.V.
Projektierung: LEADER
Fördersumme: 19.575 Euro
Projektbeginn: Frühjahr 2019
Download: Projektskizze