LEADER

© Hanna Bien, Stadt Gelnhausen

SPESSARTregional wurde im Dezember 2014 erneut als LEADER-Förderregion ausgewählt und erhält bis 2020 Fördergelder der EU und des Landes Hessen in Höhe von 2,1 Mio. Euro. Mit diesen Finanzmitteln können Projekte gefördert werden, die zur Umsetzung des Regionalen Entwicklungskonzeptes von SPESSARTregional beitragen.

STÄRKUNG DER REGIONALEN ENTWICKLUNG

Seit 1991 unterstützen die EU und die Bundesländer mit LEADER in den ländlichen Regionen einen gebietsbezogenen Entwicklungsansatz. LEADER ist die Abkürzung des französischen Liaison entre actions de développement de l’économie rurale (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) und steht für einen methodischen Ansatz im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Ziel ist, die Besonderheiten der Regionen zu entdecken und für deren eigenständige Entwicklung zu nutzen.

Dazu erarbeiten Partnerschaften aus öffentlichen und privaten Akteuren ein für ihre Region zugeschnittenes Regionales Entwicklungskonzept (REK), das mit modellhaften Projekten umgesetzt wird. Kooperation und Vernetzung spielen dabei eine zentrale Rolle. Als Motor für den gesamten Entwicklungsprozess sind Lokale Aktionsgruppen verantwortlich.

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) hat für die aktuelle Förderperiode 24 hessische Regionen als Lokale Aktionsgruppen anerkannt.

Grundsätzlich können Projekte gefördert werden, die den Zielen des Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK) von SPESSARTregional übereinstimmen und zur dessen Umsetzung beitragen. Weiterhin müssen die Projekte der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der ländlichen Entwicklung entsprechen.

Wichtig ist, dass mit der Umsetzung des Projektes erst nach Erhalt der Bewilligung begonnen werden darf. Ansonsten ist eine Förderung ausgeschlossen.

VON DER PROJEKTIDEE ZUR PROJEKTFÖRDERUNG

Projektprüfung
Wenn Sie eine Projektidee in der Region mit Hilfe einer LEADER-Förderung realisieren möchten, dann vereinbaren Sie einen Termin mit dem Regionalmanagement.

Das Regionalmanagement prüft zunächst, ob die Projektidee mit den Zielen des Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK) von SPESSARTregional übereinstimmt (Förderwürdigkeit). Für das erste Beratungsgespräch ist noch keine ausgefeilte Projektbeschreibung erforderlich. Dennoch ist es hilfreich, bereits im Vorfeld die Projektidee soweit wie möglich zu skizzieren. Der Projektbewertungsbogen– die Grundlage für die spätere Bewertung durch das LEADER-Entscheidungsgremium – ist eine Orientierungshilfe, um das Projekt von Beginn an im Kontext des REK zu sehen. 
In enger Zusammenarbeit mit der Bewilligungsstelle, dem Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum des Main-Kinzig-Kreises, wird zudem geprüft, ob eine LEADER-Förderung nach den geltenden Richtlinien generell möglich ist (Förderfähigkeit).

Projektvorbereitung
Sind diese Voraussetzungen gegeben, wird die Projektidee weiter konkretisiert und für die Vorstellung im LEADER-Entscheidungsgremium vorbereitet. 

Wenn die Projektidee zwar dem REK entspricht, eine Förderung nach LEADER jedoch nicht möglich ist, prüft das Regionalmanagement, ob für das Projekt ein anderes in Frage kommt.

Vorstellung im LEADER-Entscheidungsgremium
Kommt eine LEADER-Förderung grundsätzlich in Frage, wird das Projekt in einer der mehrmals im Jahr stattfindenden Versammlungen des LEADER-Entscheidungsgremium (LEG) vorgestellt. Ihm gehören alle Mitglieder des Verbandes mit Ausnahme des Main-Kinzig-Kreises (Bewilligungsstelle) an. Dieses Gremium berät über alle Projektanträge auf der Grundlage des REK nach einem einheitlichen Bewertungsverfahren und stimmt darüber ab, ob ein LEADER-Antrag gestellt werden kann. Welche Angaben für die Projektvorstellung im LEADER-Entscheidungsgremium erforderlich ist, können Sie der Projektskizze entnehmen.

Antragstellung
Befürwortet das LEG ein Projekt, kann der Projektträger bei der Bewilligungsstelle des Main-Kinzig-Kreises einen Antrag auf LEADER-Förderung einreichen (siehe Förderantrag Bewilligungsstelle und Informationen zur DSGVO). Hierfür wird eine Frist von acht Wochen gewährt.

Bewilligung, Umsetzung und Abrechnung
Nach Erhalt der Bewilligung kann der Projektträger mit der Umsetzung des Projektes beginnen. Nach Umsetzung und Abrechnung des Projektes mit Abgabe des Verwendungsnachweises teilt die Bewilligungsstelle dem Projektträger die bewilligten Fördermittel zu, sofern die Umsetzung konform mit den Bestimmungen der Bewilligung verläuft. Der Fördermittelanteil muss demzufolge zunächst vorfinanziert werden.
In begründeten Ausnahmen kann ein Antrag auf einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn gestellt werden. Dies ermöglicht den Projektbeginn vor der Bewilligung.

Informations- und Publizitätsvorschriften
Um den Beitrag des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums besser bekannt zu machen, sind vom Antragsteller genaue Bestimmungen zur Information und Publizität des geförderten Projektes einzuhalten. Diese sind in einem Merkblatt Informations- und Publizitätsvorschriften für Antragsteller zusammengefasst.

Dem LEADER-Entscheidungsgremium obliegen alle mit LEADER verbundenen Aufgaben, die in der LEADER-Geschäftsordnung verbindlich geregelt sind.

Wesentliche Aufgabe der Versammlung des LEADER-Entscheidungsgremiums ist es, über LEADER-Projektanträge zu beraten und anhand eines einheitlichen Bewertungsverfahrens zu beschließen, welche Projekte den weiteren Weg der LEADER-Antragstellung gehen können.

Dazu werden die Projekte dem LEADER-Entscheidungsgremium in seinen regelmäßig stattfindenden Sitzungen von den Antragstellern vorgestellt. Die Sitzungen dienen darüber hinaus der laufenden Information der Mitglieder über die Arbeit des Regionalmanagements.

Die Versammlung des LEADER-Entscheidungsgremiums umfasst die stimmberechtigten Mitglieder des Verbandes, d.h. alle Mitglieder mit Ausnahme des Main-Kinzig-Kreises und seiner landrätlichen Vertreter/-innen und Mitarbeiter/-innen (da Bewilligungsstelle) sowie ergänzende beratende Mitglieder ohne Stimmrecht:

KOMMUNEN/ZWECKVERBÄNDE

Stadt Bad Orb, Bürgermeister Roland Weiß
Stadt Bad Soden-Salmünster, Bürgermeister Dominik Brasch
Gemeinde Biebergemünd, Bürgermeister Manfred Weber
Gemeinde Birstein, Bürgermeister Fabian Fehl
Gemeinde Brachttal, Bürgermeister Wolfram Zimmer
Gemeinde Flörsbachtal, Bürgermeister Frank Soer
Gemeinde Freigericht, Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz
Stadt Gelnhausen, Bürgermeister Daniel Glöckner
Gemeinde Jossgrund, Bürgermeister Rainer Schreiber
Gemeinde Linsengericht, Bürgermeister Albert Ungermann
Stadt Schlüchtern, Bürgermeister Matthias Möller
Gemeinde Sinntal, Bürgermeister Carsten Ullrich
Stadt Steinau an der Straße, Bürgermeister Malte Jörg Uffeln
Stadt Wächtersbach, Bürgermeister Andreas Weiher
Naturpark Hessischer Spessart, Fritz Dänner

WIRTSCHAFTS- UND SOZIALPARTNER

Archäologisches Spessart Projekt e.V., Dr. Jürgen Jung
Bad Orb Marketing GmbH, Dr. Dirk Thom
Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V., Dr. Christoph Heim
Bezirkslandfrauenverband Schlüchtern e.V., Christa Hopf
Bioenergiedorf Burgjoß im Spessart eG, Klaus Kleespies
EDEKA Lauber, Jürgen Lauber
Erlebnispark Steinau an der Straße GmbH, Theo Zwermann
Europa-Kletterwald, Norbert Graudenz
Forstamt Jossgrund, Christian Münch
Forstbetriebsgemeinschaft Bergwinkel, Walter Strauch
Grünland Spessart e.V., Dr. Guido Steinel
Hotel- und Gaststättenverband Bad Orb e.V., Dieter Adt
IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Andreas Kunz
Kreisbauernverband Main-Kinzig e.V., Konrad Kuhlenkamp
Kreishandwerkergesellschaft Gelnhausen-Schlüchtern, Alfred Walter
Kreissparkasse Gelnhausen, Paul Reinert
Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig mbH, Rüdiger Krenkel
Kur- und Freizeit GmbH Bad Soden-Salmünster, Stefan Ziegler
Landfrauen Bezirksverein Gelnhausen, Gaby Schamber
Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis e.V., Barbara Fiselius
Messe Wächtersbach GmbH, Dieter Haupt
Naturlandstiftung im Main-Kinzig-Kreis e.V., Manfred Geis
Spessartbund e.V., Dr. Gerrit Himmelsbach
Spessart Tourismus und Marketing GmbH, Bernhard Mosbacher
Stiftung Frankfurter Schullandheim Wegscheide, Reimund Noack

BERATENDE MITGLIEDER (OHNE STIMMRECHT)

Amt für Bodenmanagement Büdingen, Dr. Andreas Schweitzer
Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum, Katrin Hess
Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum, Johannes Michel
Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum, Katja Naumann
Arbeitsagentur Hanau, Ruth Hohage

LEADER-PROJEKTE 2014-2020

In der laufenden LEADER-Förderperiode 2014-2020 wurden in den einzelnen Handlungsfeldern folgende Projekte vom LEADER-Entscheidungsgremium SPESSARTregional befürwortet bzw. bereits umgesetzt oder abgeschlossen: