Schaudepot – Hessisches Kartoffelmuseum

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Der Gelnhäuser Stadtteil Haitz blickt auf eine mehr als 300jährige nachgewiesene Kartoffelanbautradition zurück. Es wundert daher nicht, dass die rege Betätigung mit den hierfür notwendigen mehrzinkigen Hacken, auch Karste genannt, bereits früh zum Uznamen der Bewohner als „Haatzer Keerscht“ führte.
Der Karst („Koorscht“) Haitz wird noch heute benutzt.
Heute werden in Hessen in knapp 3.000 Betrieben auf 4.200 Hektar Kartoffeln angebaut.
Projektbeschreibung
Mit dem Kartoffelmuseum soll nun ein erlebnisorientiertes Museum geschaffen werden, dass einerseits fundiert die Geschichte der Kartoffel präsentiert, andererseits anschaulich und interaktiv den Anbau der Kartoffel vermittelt. Hierzu wurde in den letzten fünf Jahren ein Museumskonzept unter der Beteiligung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Sozial-, Kultur-, Erziehungs- und Geschichtswissenschaften, der Ethnologie und den Museumsberaterinnen des Hessischen Museumsverbandes entwickelt.
Für die Umsetzung steht ein entsprechend geschichtsträchtiges Grundstück zur Verfügung. Bevor in den 1980er Jahren das Gelnhäuser Neubaugebiet “Taubengarten” ausgewiesen wurde, diente es über acht Jahrhunderte als landwirtschaftliche Nutzfläche. In unmittelbarer Nähe befanden sich auch die, den in Haitz angekommenen Heimatvertriebenen 1947 zur Bewirtschaftung überlassenen “Flüchtlingsgärten”, die zunächst vorrangig mit Kartoffeln bebaut wurden.
Das hier von der Stadt Gelnhausen mit einem Betriebs-, Trägerschafts- und Pachtvertrag „Kremp’sche Spitze 1“ zur Verfügung gestellte Gelände umfasst 2.000 m2, von denen ca. 800 m2 zur Nutzung als Museum vorgesehen sind.
Auf 140 m2 soll ein barrierefreies Gebäude in Holzrahmenbauweise entstehen. Es verweist in seiner Anmutung auf eine Scheune, wozu auch ein aus dem alten Haitzer Ortskern stammendes historisches „Lauterbacher Scheunentor“ verhelfen wird.
Das Museum wird vom Geschichtsverein eigenständig betrieben. Das ehrenamtliche Engagement ist außerordentlich hoch, so dass regelmäßige Öffnungszeiten sichergestellt werden können. Dabei ist ein Sommer- und Winterprogramm geplant. Während im Sommer die Aktivitäten im Außenbereich mit Gruppen von Kindergärten, Schulen und interessierten Besuchern im Vordergrund stehen, soll der Winter stärker für Vorträge, Schulungen und gemeinsamen Kochabenden mit regionalen und überregionalen Kar- toffelgerichten genutzt werden.

MEHR INFOS

Antragsteller: Stadt Gelnhausen
Projektierung: LEADER
Fördersumme: 33.032 Euro
Projektbeginn: Frühjahr 2020
Download: Projektskizze