entwicklungsSTRATEGIE

Bild: Nach Beitritt von sechs weiteren Kommunen: Die Mitglieder von SPESSARTregional präsentieren neues Verbandsgebiet

Eine region – eine strategie

Die Bewerbungsphase für die nächste LEADER-Förderperiode 2023–2027 hat begonnen. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) hat die ländlichen Regionen aufgerufen, an einem Auswahl- und Bewerbungsverfahren teilzunehmen (Aufruf Land Hessen zum Bewerbungsverfahren). Maßgebliche Grundlage der Bewerbung wird eine Lokale Entwicklungsstrategie (LES) sein, die jede Bewerberregion in den kommenden Monaten für sich erarbeiten wird. Nach dem Prinzip: „eine Region – eine Strategie“.

Breite Zusammenarbeit

Die Erarbeitung der LES erfolgt in einem partizipativen Prozess, d.h. unter Beteiligung aller relevanten Partnerinnen und Partner sowie interessierter Bürgerinnen und Bürger der Region. Bereits vorhandene Konzepte werden mit einbezogen und somit gegenströmige Prozesse verhindert.

In der LES definieren die regionalen Akteure Handlungsfelder und thematische Prioritäten, innerhalb derer Entwicklungsziele und erste Startprojekte. Weiterhin umfasst die LES einen Finanzplan und legt die Zusammensetzung des Entscheidungsgremiums sowie Kriterien für die Projektauswahl fest.

Grundlage für LEADER-Förderung

Bis zum 31. Mai 2022 haben die Regionen Zeit, eine LES beim HMUKLV einzureichen. Die Anerkennungen der neuen LEADER-Regionen sollen bis zum Jahresende 2022 erfolgen. Die Anerkennung ist Grundlage dafür, dass ab Januar 2023 in den Regionen Förderanträge zur Umsetzung von Projekten und Maßnahmen gestellt werden können, die zur Erreichung der regionalen Ziele beitragen.

inhaltliche leitplanken

Handlungsfelder LEADER 2023-2027

Für die neue LEADER-Förderperiode 2023-2027 gelten in Hessen vier Handlungsfelder als inhaltliche Leitplanken. In diesen Feldern können die LEADER-Regionen Ziele definieren und Projekte umsetzen:

handlungsfeld 1: gleichwertige lebensverhältnisse für „alle“ – daseinsvorsorge

Wohnkonzepte
1.1 Informations- und Beratungsleistungen zur Entwicklung bedarfsorientierter, regionaler Wohnkonzepte unter Berücksichtigung der Siedlungsentwicklung
Dienstleistungen
1.2 Entwicklung und Umsetzung von nicht-investiven und investiven Vorhaben der Daseinsvorsorge in den Bereichen Gesundheit, Versorgung, Freizeit und Kultur
Außerschulische Bildung
1.3 Informations- und Beratungsleistungen zur Entwicklung zeitgemäßer Mobilitätskonzepte sowie Förderung von Konzepten des regionalen ÖPNV und Investitionen in ergänzende Infrastruktur
Zeitgemäße Mobilität
1.4 Entwicklung und Umsetzung nicht-investiver und investiver Vorhaben außerschulischer Bildungsmaßnahmen, „Lebenslanges Lernen“

handlungsfeld 2: Wirtschaftliche entwicklung und regionale versorgungsstrukturen durch klein- und kleinstunternehmen

Regionale Kleinstunternehmen
2.1 Umsetzung investiver Vorhaben regionaler Kleinstunternehmen
Kleinunternehmen Gastgewerbe
2.2 Umsetzung investiver Vorhaben von Kleinunternehmen im Gastgewerbe
Netzwerke, Wertschöpfungsketten, Fachkräftestrategie
2.3 Entwicklung und Umsetzung nicht-investiver Vorhaben zur Förderung regionaler Wirtschaftskraft durch Netzwerke, Wertschöpfungsketten und Fachkräftestrategien

handlungsfeld 3: erholungsräume für naherholung und ländlichen tourismus

Tourismusnahe Infrastruktur
3.1 Umsetzung von investiven Vorhaben der tourismusnahen Infrastruktur
Verbesserung der Servicequalität
3.2 Entwicklung und Umsetzung nicht-investiver Vorhaben im Dienstleistungsbereich und zur Verbesserung der Servicequalität

Handlungsfeld 4: „Bioökonomie“ – Anpassungsstrategien zu einem nachhaltigen Konsumverhalten

Nachhaltiges Konsumverhalten
4.1 Sensibilisierung für ein nachhaltiges Konsumverhalten
Dienstleistungen und Investitionen: Bioökonomie
4.2 Entwicklung und Umsetzung nicht-investiver und investiver Vorhaben der Bioökonomie


Alle Handlungsfelder sind unter Berücksichtigung der Querschnittsthemen Digitalisierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu bearbeiten.

Weitere Grundlagen, die im Rahmen der Bewerbung zu berücksichtigen sind:

  • die fachlichen Erfordernisse der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK)
  • die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen
  • der Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025
  • die Hessische Ernährungsstrategie
  • die Hessische Landtourismusstrategie
  • die Hessische Biodiversitätsstrategie

DER WEG ZUR LOKALEN eNTWICKLUNGSSTRATEGIE

Die Erarbeitung der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES), mit der sich SPESSARTregional für die kommende LEADER-Förderperiode 2023-2027 bewerben will, erfolgt unter breiter regionaler Beteiligung. Dazu wurden folgende Arbeitsstrukturen und Verantwortlichkeiten festgelegt:

Steuerungsgruppe

Der Prozess zur Erarbeitung der LES wird von der Lokalen Aktionsgruppe SPESSARTregional (LAG) mit all ihren Mitgliedern gesteuert. Sie entscheidet über den inhaltlichen und organisatorischen Rahmen und ist verantwortlich für die qualitativen Aussagen zur Stärken- und Schwächen-Analyse sowie für die Zielhierarchie, die Themen und die Schwerpunktsetzung. Die Steuerungsgruppe bestimmt die Bewertungskriterien und die LEADER-Geschäftsordnung. Unterstützung erhält sie durch die Strategiegruppe.

Arbeitsgruppen

Die fachliche Erarbeitung erfolgt in thematischen Arbeitsgruppen. Hier wird die inhaltliche Basis für die LES geschaffen: Diskussion von Themenschwerpunkten, Zielen und Projektideen sowie Entwicklung von Startprojekten. An den Arbeitsgruppen können sich neben den Mitgliedern von SPESSARTregional interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Begleitend dazu findet auch eine Online-Beteiligung für die Öffentlichkeit statt.

Strategiegruppe / OP-Team

Ergänzt werden die Strukturen durch eine operative Arbeitsgruppe. Sie ist verantwortlich für die Abwicklung aller Arbeitsschritte. Hier werden die inhaltlichen Vorbereitungen getroffen, vor allem jedoch Schwerpunktsetzungen, Überschneidungen und Ergänzungen im Gesamtprozess abgestimmt. In der Strategiegruppe arbeiten entsprechend der Handlungsfelder u.a. die Ökomodellregion Main-Kinzig-Kreis, die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig, die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, die Spessart Tourismus und Marketing GmbH, das Amt 70 wie auch verschiedene Fachabteilungen des Main-Kinzig-Kreises mit. Mitglieder der Strategiegruppe werden von SPESSARTregional berufen.

Den Zeitplan zur Erarbeitung der Lokalen Entwicklungsstrategie 2023-2027 finden Sie hier.

Herausforderungen erkennen, ziele definieren, Projekte erarbeiten

In sechs thematischen Arbeitsgruppen wird die inhaltliche Basis der Lokalen Entwicklungsstrategie geschaffen:

AG Innenentwicklung
AG Daseinsvorsorge
AG Mobilität
AG Tourismus
AG Bioökonomie
AG Wald & Holz

Bezogen auf diese Themen gilt es hier, die Herausforderungen der Region zu erkennen, Ziele zu definieren und Projekte zu erarbeiten. An den Arbeitsgruppen können sich neben den Mitgliedern von SPESSARTregional interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Begleitend dazu findet auch eine Online-Beteiligung für die Öffentlichkeit statt. Die Protokolle der einzelnen AG-Termine finden Sie im Verlauf des Prozesses unter Infos.

Sie haben Interesse, in der einen oder anderen AG mitzuarbeiten?
Dann können Sie sich bis zum 3. Dezember 2021 bei SPESSARTregional melden info@spessartregional.de. Wichtig ist, dass jeweils alle AG-Termine wahrgenommen werden, um die Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten. Die ersten Arbeitsgruppen starten noch im Dezember 2021 (alle geplanten Termine finden Sie in der Terminübersicht). Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen pro Arbeitsgruppe begrenzt. Soweit möglich, werden die Termine entsprechend der aktuellen Erfordernisse in Präsenz durchgeführt, ansonsten finden sie online statt. Dies wird rechtzeitig bekannt gegeben.