Industriekultur Steingut

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Auf dem Gelände der ehemaligen Waechtersbacher Keramik in Brachttal-Schlierbach hat sich einer der bedeutendsten Fabrikkomplexe der Metropolregion Rhein-Main erhalten. Mit der architektonisch und wirtschaftlich höchst bedeutenden Anlage korrespondiert ein Ortsbild in Schlierbach, das alle Merkmale der Industrialisierung aufweist. In unmittelbarer Umgebung hat sich zudem die vorindustrielle Anlage von „Schloss“ Eisenhammer erhalten. 

Dem besonderen Erbe der Industriegeschichte Rechnung tragend, wurde von der Gemeinde Brachttal in Zusammenarbeit mit der Stadt Wächtersbach und der Gemeinde Birstein eine „Aktivierende Konzeptentwicklung zur Inwertsetzung der Industriekultur Steingut“ in Auftrag gegeben. 

Die Studie hat aufgezeigt, dass das Potential der Industriegeschichte vorhanden ist und die Schauplätze der Steingutfertigung ein Alleinstellungsmerkmal für die Region darstellen. Die Waechtersbacher Keramik ist weit über die Region hinaus bekannt und hat an vielen Orten Spuren hinterlassen.  

Die Studie bescheinigt jedoch auch, dass die Industriegeschichte bis dato wenig erlebbar ist. Ein erster Schritt wird mit der Umsetzung der Ausstellung im Schloss Wächtersbach getan. Der ehemalige Fabrikverkauf wurde neu konzipiert und bietet nun als „Brachtwerk“ Keramik, regionale Produkte und Serviceleistungen der Nahversorgung (Poststelle). Andere Projekte sind in der Überlegung und Planung. 

Um im Sinne der Ergebnisse der „Aktivierenden Konzeptentwicklung“ das Thema Industriekultur Steingut weiter professionell und effizient voran treiben zu können, soll eine Projektkoordination eingerichtet werden.

Aufgabe ist es, die Einzelprojekte zu koordinieren und in ein Gesamtprojekt zusammenzufassen, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln und die freien, wirtschaftlichen, ehrenamtlichen und politischen Akteure miteinander zu vernetzen. Dazu zählen vor allem die Initiativen, die sich bereits mit dem kulturellen Erbe der Waechtersbacher Keramik beschäftigen.

Die Projektkoordination soll sich dabei aus einem fachspezifischen Teil für die inhaltliche Arbeit und strategische Ausrichtung wie auch einem administrativen Teil zur Abwicklung der Koordination, Vernetzung und Unterstützung der inhaltlichen Arbeit zusammensetzen.

Daher empfiehlt die Studie dringend eine Zusammenführung und Koordination aller Aktivitäten, ungeachtet des in der Studie ebenfalls skizzierten möglichen Museums in Schlierbach als große Lösung und Anker einer touristischen Entwicklung. Denn die Studie geht davon aus, dass die Inwertsetzung und Erlebbarmachung auch unabhängig davon stattfinden kann und auch kleinere Maßnahmen dazu beitragen, das Thema in der Region besser sichtbar und touristisch erlebbar zu machen, wenn auch mit im Vergleich zu einem Museum geringeren Effekten.

MEHR INFOS

Antragsteller: Gemeinde Brachttal in Kooperation mit der Stadt Wächtersbach
Projektierung: LEADER
Fördersumme: 33.264 Euro
Projektbeginn: Frühjahr 2019
Download: Projektskizze