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Spessarträuber - Theater im Wald und in Wirtshäusern « zurück


Kaum eine andere Region wird so stark mit Räubern in Verbindung gebracht wie der Spessart. Die bittere Armut der Bevölkerung, der dichte Wald, die Zersplitterung des Gebiets und die damit verschiedenen Zuständigkeiten bei der Strafverfolgung lieferten den Nährboden für die Entwicklung der diebischen Zunft. Doch auch die Erzählung „Das Wirtshaus im Spessart“ von Wilhelm Hauff, die Ende der 1950er Jahre erfolgreich verfilmt wurde, hat mit der romantisierenden Sicht auf das Räuberleben bis heute den Bekanntheitsgrad des Spessarts geprägt.

Die Stadt Bad Orb will nun gemeinsam mit den benachbarten Gemeinden Jossgrund und Flörsbachtal ein neuartiges Angebot rund um die Spessarträuber schaffen. An ausgewählten Standorten im Wald oder in Wirtshäusern sollen Laienschauspieler szenisches Theater spielen und die Zuschauer in das Spiel einbinden. Das Vorhaben wird aus dem europäischen LEADER-Programm gefördert und von SPESSARTregional unterstützt.

 

Wollen in interkommunaler Zusammenarbeit die Spessarträuber neu in Szene setzen: Rainer Schreiber, Bürgermeister der Gemeinde Jossgrund, Roland Weiß, Bürgermeister von Bad Orb, Frank Soer, Bürgermeister der Gemeinde Flörsbachtal und Sabine Jennert vom Regionalmanagement SPESSARTregional.


„Es ist eine großartige Sache, bei einem so spannenden historischen Thema zusammenzuarbeiten und ein neues Erlebnistheater zu schaffen“, freut sich Bad Orbs Bürgermeister Roland Weiß über das Vorhaben. Das Besondere an diesem neuen Angebot ist, dass die Zuschauer in das Spiel eingebunden werden. „Die Zuschauer erhalten eine Aufgabe, die sie durchsetzen oder lösen müssen“, erklärt Frank Soer, Bürgermeister der Gemeinde Flörsbachtal, „dabei entscheiden die Zuschauer selbst, wie weit sie agieren wollen.“

Eine weitere Besonderheit ist die Art der Darstellung. „Uns ist sehr daran gelegen, ein möglichst authentisches Bild des Räuberwesens zu vermitteln“, erklärt Jossgrunds Bürgermeister Rainer Schreiber, „wir wollen mit dem Spiel zeigen, dass vor allem das Überleben die Triebfeder des Räuberns war.“

Dazu beitragen soll zum einen die Auswahl der Spielorte. Das können Wege und Plätze im Wald, eine Scheune als Unterschlupf oder auch ein Wirtshaus sein. Je nach Spielstandort kann die Kulisse durch ein Lagerfeuer, ein Zelt oder auch einen Galgen ergänzt werden. Ziel ist es, in jeder der drei Kommunen passende Spielorte zu finden.

Auch bei den Kostümen will das Erlebnistheater mit allzu romantischen Vorstelllungen aufräumen. So soll die Ausstattung im Detail auf historischen Dokumenten basierend entwickelt werden, vom Hut bis zu den einfachen Stiefeln und Schuhen, vom Wams bis zur Büchse.

Die Entwicklung der Stücke erfolgt unter Einbindung einer fachlich versierten theaterpädagogischen Leitung und regionaler Experten, so dass geschichtliche Faktoren berücksichtigt werden können. Die Charaktere werden gemeinsam mit den Laiendarstellern erarbeitet und mit den Standorten verknüpft.

Die Laiendarsteller gilt es nun zu gewinnen. Gespielt wird in drei Fünfergruppen. Dazu sollen mindestens drei Szenarien erarbeitet werden, die eine Mischung aus historischer Führung, Theater und Improvisation darstellen. Für alle Interessierten findet am 23. Januar 2019 um 19 Uhr im Haus des Gastes in Bad Orb eine Informationsveranstaltung statt.

„Wir hoffen auf viele Interessenten, die sich für diese Art des Spielens und natürlich für das historische Thema begeistern können“, so Sabine Jennert, Regionalmanagerin von SPESSARTregional. In den kommenden Monaten sollen die Stücke entwickelt und die Spielorte festgelegt werden. Noch vor den Sommerferien ist für den 21. Juni 2019 die Premiere geplant.



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