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Neue Konzepte für "Vitale Treffpunkte" « zurück


Dorfgemeinschaftshäuser bieten Raum für kulturelle, sportliche und soziale Aktivitäten und sind als Treffpunkte wichtig für das soziale Miteinander in den Dörfern. Doch wie sehen die Zukunftsperspektiven für diese Einrichtungen aus? Viele liegen in kommunaler Hand und zunehmend mehr Gemeinden klagen über mangelnde Rentabilität bzw. Finanzierbarkeit. Hinzu kommt, dass sich durch den demografischen Wandel und das geänderte Freizeitverhalten die Nachfrage nach und die Anforderungen an Gemeinschaftshäuser ändern. Wie können angesichts dessen Dorfgemeinschaftshäuser in zukunftsfähige Treffpunkte entwickelt und erhalten werden?

Das Modellprojekt „Vitale Treffpunkte“, das von der der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert wurde, beschäftigte sich mit dieser Frage. Unter der Trägerschaft von SPESSARTregional haben Birstein und Brachttal an dem Vorhaben teilgenommen. Zwei Gemeinden mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen. Innerhalb von zwei Jahren haben sie unabhängig voneinander an der zukunftsfähigen Umgestaltung ihrer Dorfgemeinschaftshäuser gearbeitet. Fachliche Unterstützung erhielten sie dabei von Dr. Elisabeth Appel-Kummer vom Büro regionalENTWICKLUNG.

Zum Abschluss des Modellvorhabens präsentierten die beiden Gemeinden nun gemeinsam mit SPESSARTregional ihre Ergebnisse im Bürgerhaus Birstein. Ihr Fazit: Die Vitalisierung der Dorfgemeinschaftshäuser für die Zukunft liegt in der Bündelung und Konzentration.

 

Stellten Ideen für „Vitale Treffpunkte“ vor (v.l.n.r.): Verbandsvorsitzender Rainer Schreiber, Regionalmanagerin Sabine Jennert, Bürgermeister Wolfgang Gottlieb, Bürgermeisterin Marion Frohnapfel, Bürgermeister Wolfram Zimmer und Geschäftsführer Thomas Dickert


Fakten auf den Tisch! Wie zukunftsfähig sind unsere Dorfgemeinschaftshäuser?

Wie viele Gemeinschaftseinrichtungen braucht man für das soziale Leben in den Orten? Und wie können deren Zukunftsfähigkeit wie auch die Bedarfe zur Anpassung dargestellt und bewertet werden? „Wichtig war, dass wir die Gemeinschaftshäuser anhand von Zahlen und Daten einheitlich betrachtet haben“, so Sabine Jennert, „so war eine sachorientierte Diskussion in den jeweiligen Arbeitsgruppen in den Modellkommunen möglich."

Am Anfang stand eine umfangreiche Analyse. Dazu wurden die vorhandenen Daten der Kommunen wie Kosten, bisherige Nutzung und Belegung, bereits durchgeführte Investitionen und Sanierungen sowie Größe und Ausstattung herangezogen und zu einheitlichen Kenngrößen verdichtet. Daraus konnte für jedes DGH ein Profil entwickelt werden. Es zeigte auf „einen Blick“ die Stärken und Schwächen der einzelnen Häuser und machte sie untereinander gut vergleichbar. Um die Analyse abzuschließen, wurde noch eine Bedarfserhebung für weitere Nutzungen durchgeführt. Wie ist es z.B. um die räumlichen Voraussetzungen für verschiedene Aspekte der Daseinsvorsorge bestellt?

In einem zweiten Schritt galt es, die gewonnenen Daten zu gewichten und zu bewerten. Die Bewertung erfolgte anonymisiert, d.h. nur anhand der Profile ohne zu wissen, um welches DGH es sich handelt. Das ermöglichte einen objektiven Blick auf die Einrichtungen. Die Gewichtung der Kriterien machte sichtbar, welche Aspekte den örtlichen Akteuren wirklich wichtig sind. Und die Einigung auf die Zuordnung zu bestimmten Kategorien ermöglichte eine erste Einschätzung der Konsequenzen.

Daraus entwickelten die Akteure in einem nächsten Schritt Handlungsansätze und ein Gesamtkonzept. Gemeinsam besichtigten sie die Häuser, sammelten Eindrücke und Ideen und verdichteten sie zu Handlungsansätzen. Welchen Schwerpunkt soll das DGH haben? Besteht dafür Bedarf? Welche Anforderungen an die Ausstattung ergeben sich daraus? Was muss noch geklärt werden? Dabei galt die Prämisse: Für die angestrebte Vitalisierung muss die Gesamtheit der DGHs betrachtet werden.

Wie aus diesen Konzepten nun erste Schritte zur Umsetzung erfolgen, stellten anschließend die Bürgermeister von Birstein und Brachttal vor.

Aus 5 mach 2 – Funktionen bündeln

Die Gemeinde Birstein setzt bei der Vitalisierung ihrer DGH auf ortsteilübergreifende Bündelung von Funktionen, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Gottlieb. Die drei Ortsteile Kirchbracht, Mauswinkel und Illnhausen, kurz KirchMausHausen, liegen nah beieinander und zählen zusammen rund 600 Einwohner. Aktuell haben sie fünf Gemeinschaftshäuser: zwei in die Jahre gekommene Bürgerhäuser sowie drei Feuerwehrhäuser auf engstem Raum. Daraus sollen nun zwei funktionale, von allen drei Ortsteilen genutzte Häuser werden: Ein neu gestaltetes Familien- und Vereinshaus KirchMausHausen und ein Multifunktionshaus KirchMausHausen, in dem die drei Feuerwehren an einem optimierten Standort zusammengeführt werden.

Für Ersteres wird das bestehende Bürgerhaus in Mauswinkel innen wie außen neugestaltet. Ein altes Nebengebäude soll abgerissen werden, um Fläche für Parkplätze zu gewinnen, neue Aktionsflächen sollen entstehen. Im Inneren soll es eine barrierefreie Toilette und eine flexible Raumgestaltung geben. Für den neuen Feuerwehrstützpunkt wird das Dorfgemeinschaftshaus Kirchbracht umgewidmet. Neben Umbauarbeiten im Inneren ist der Anbau von Fahrzeughallen geplant. Die Küche soll vom benachbarten Kindergarten sowie von Senioren mit genutzt werden können. Die geplanten Baumaßnahmen sollen 2020 und 2021 in Mauswinkel und 2022 bis 2024 in Kirchbracht erfolgen.

Nicht alles überall – Schwerpunkte setzen

In Brachttal sollen die DGHs fit für die Zukunft gemacht werden, indem ihnen Schwerpunkte zugewiesen werden. Bürgermeister Wolfram Zimmer stellte das Konzept vor. So ist die Mehrzweckhalle in Neuenschmitten für Sport und für größere Veranstaltungen geeignet und wird optimiert. Das nahe der Kirche liegende DGH in Hellstein wird zu einem „Hochzeitshaus“ umgebaut. Aktuell wird dort ein Trauzimmer neu eingerichtet. In Spielberg könnte ein Haus der Vereine entstehen. Gemeinsam mit den Akteuren wurde ein entsprechendes Raumkonzept erarbeitet. Und Streitbergs DGH wird verstärkt für Familienfeiern, Seminare und Kochkurse eingerichtet. Einzig das DGH in Schlierbach macht Sorgen, bedingt durch die leerstehende Gastronomie und hohe Kosten. Hier wären hohe Investitionen erforderlich, um es fit für die Zukunft zu machen.

Zusammenleben neu denken – Bedarfe gestalten

Wie ein Dorfgemeinschaftshaus von Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedarfen gut gemeinsam genutzt werden kann, zeigte der Gastbeitrag aus der Gemeinde Nüsttal. Bürgermeisterin Marion Frohnapfel stellte das gelungene Zusammenkommen von Kindern und Senioren in einem DGH ihrer Gemeinde vor, wo der Kindergarten, die Tagesbetreuung für Senioren und ehrenamtliche Angebote unter einem Dach organisiert sind. Die Lösung wurde im Rahmen des Bundesmodellprojekts „Soziales Dorf“ realisiert.

Zum Abschluss informierte Regionalmanagerin Sabine Jennert, dass derzeit der Leitfaden für die Anwendung der Methodik fertig gestellt und allen Interessierten kostenlos zur Verfügung steht.


Download

 Vitale Treffpunkte_Abschlussveranstaltung_Programm
 Vitale Treffpunkte_Abschlussveranstaltung_Praesentation Methodik
 Vitale Treffpunkte_Abschlussveranstaltung_Praesentation Birstein
 Vitale Treffpunkte_Abschlussveranstaltung_Praesentation Brachttal
 Vitale Treffpunkte_Abschlussveranstaltung_Praesentation Nuesttal

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